Scan to BIM: 3D-Bestandsmodell als digitaler Zwilling

Dokumentation im Denkmalschutz

Typische Einsatzgebiete

Dokumentation im Denkmalschutz

  • Detailgetreue Erfassung historischer Bausubstanz samt Raumbuch und Panorama.

Vom Scan zum Modell

Auf Basis der registrierten Punktwolke wird das Gebäude in einer 3D-CAD-Software dreidimensional nachmodelliert. Jedes Bauteil wird einzeln gesetzt und an der Punktwolke ausgerichtet. So entsteht ein Modell, das die tatsächliche Geometrie abbildet und zugleich strukturiert genug ist, um damit dreidimensional weiter planen zu können – auswertbar nach Bauteil, Geschoß und Raum.

Detailgrad und Genauigkeit

Modelliert wird im Innenbereich auf wenige Zentimeter genau, im Außenbereich auf bis zu 5 Zentimeter. Dieser Detailgrad hat sich in der Praxis als ausreichend für die weitere Bearbeitung erwiesen. Wird eine exaktere Nachmodellierung benötigt, teilen Sie uns das vor Beauftragung mit – der Aufwand steigt dann entsprechend.

Eine Bestandswand aus der Jahrhundertwende ist niemals gerade: Sie ist im Relief leicht verbeult, steht nicht im rechten Winkel zur angrenzenden Wand, läuft konisch zu und verliert die Geradlinigkeit auch vertikal. Für die Modellierung werden die systematisch am häufigsten getroffenen Punkte herangezogen.

Wird eine genauere Darstellung verlangt, steigt nicht nur die Arbeitszeit. Detaillierte Modellierungen müssen häufig mit untypischen Bauteilen umgesetzt werden – etwa einem Netz-Bauteil statt eines Boden-Bauteils. Das Ergebnis ist ein Modell, das schwerer weiterzubearbeiten ist. Wir empfehlen deshalb die Standarddetaillierung.

Lieferformate

Bei Beauftragung eines 3D-Modells liefern wir zusätzlich zu PDF und DXF das offene Austauschformat IFC. IFC wird von allen gängigen BIM-Programmen gelesen und ist damit unabhängig von der Software Ihrer Planungsbeteiligten. Die Punktwolke wird als E57 oder RCP mitgeliefert.

Punktwolke als Kontrollmodell im Planungsprozess

Weil die Punktwolke mitgeliefert wird, lässt sie sich in jedes gängige CAD-Programm importieren und während des gesamten Planungsprozesses als Kontrollmodell einblenden. Maße können jederzeit gegen den realen Zustand geprüft werden – auch Jahre nach der Aufnahme. Das ersetzt Nachmessungen auf der Baustelle und macht Annahmen überprüfbar.

Aufwand gegenüber dem 2D-Bestandsplan

Dreidimensional modellierte Gebäude benötigen im Durchschnitt das Doppelte bis Dreifache an Zeichenarbeit gegenüber einem 2D-Bestandsplan. Dem steht als Vorteil die durchgängig dreidimensionale Weiterplanung gegenüber – ebenso wie die breite Möglichkeit, Flächen- und Massenanteile direkt aus dem Modell zu generieren. Bei einem Schulgebäude mit rund 8.000 m² Nutzfläche nahm die vollständige händische Nachmodellierung rund sechs bis acht Wochen in Anspruch, bei vier bis fünf Tagen Laservermessung.

Punktwolke als Ausgangsbasis der dreidimensionalen Bestandsmodellierung

Häufige Fragen

Funktioniert das Modell in Revit und in ArchiCAD?

Über IFC ja. IFC ist herstellerneutral und wird von Revit, ArchiCAD und weiteren BIM-Programmen importiert. Native Projektdateien unserer 3D-CAD-Software geben wir grundsätzlich nicht heraus; wird das benötigt, muss es vor Beauftragung vereinbart werden.

Kann ich das Modell selbst weiterbearbeiten?

Ja, über IFC. Wie weit sich importierte IFC-Bauteile bearbeiten lassen, hängt von Ihrem Programm ab. Stimmen Sie mit Ihrer Planerin oder Ihrem Planer ab, welches Dateiformat benötigt wird.

Stand: August 2026

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