3D-Laserscan für Gebäude: Punktwolke als digitales Aufmaß

Punktwolke: Aufbau und Aussagekraft

Der Scanner sendet Laserstrahlen in die Umgebung. Jeder Strahl, der auf eine Oberfläche trifft, erzeugt einen Punkt mit dreidimensionaler Koordinate. Aus Millionen solcher Punkte entsteht die Umrissgeometrie von Räumen und Gebäuden – vergleichbar mit einem begehbaren, maßhaltigen Foto. Die Punktwolke ist die Rohdatenbasis jeder weiteren Auswertung.

Anders als beim händischen Aufmaß wird nicht entschieden, welches Maß erhoben wird. Erfasst wird alles Sichtbare. Deshalb lassen sich Maße auch Jahre später noch abgreifen, ohne das Objekt erneut zu betreten.

Punktwolke eines Gebäudes aus dem 3D-Laserscan

Lieferformate der Punktwolke

Standardformat ist E57 – ein offenes, herstellerneutrales Austauschformat, das gängige CAD- und BIM-Programme lesen. Alternativ liefern wir RCP für Autodesk-Workflows. Auf Wunsch erstellen wir zusätzlich begehbare 3D-Rundgänge als eine LGSx-Datei, in denen sich Beteiligte durch das Gebäude bewegen und selbst Maße abgreifen können.

Ablauf der Vermessung: vor Ort und im Büro

Die Aufnahme erfolgt berührungslos und im laufenden Betrieb. Pro Raum werden je nach Zuschnitt ein bis drei Standpunkte gesetzt. Die Einzelscans werden bereits vor Ort an ein iPad übertragen und grob miteinander verknüpft, somit fallen fehlende Bereiche sofort auf und können noch am selben Termin vervollständigt werden.

Vorbereitung des Objekts

Das Gebäude muss weder leer noch aufgeräumt sein. Entscheidend ist, dass der Laser Raumecken, große Wand-, Boden- und Deckenflächen erreicht. Bitte stellen Sie sicher, dass im Alltag verstellte Vor- und Rücksprünge freigeräumt sind, verbarrikadierte Bereiche geöffnet werden, Fenster und Türen öffenbar sind und eine freie Zugänglichkeit zu allen notwendigen Bereichen organisiert wird, sonst fehlen sie in der Punktwolke und können später nicht rekonstruiert werden.

Laservermessung ohne Planerstellung

Die Laservermessung ist einzeln beauftragbar. Sie erhalten die registrierte Gesamt-Punktwolke und lassen die Auswertung durch eigene Planer durchführen. Stimmen Sie das benötigte Format vorab mit diesen ab und teilen Sie es uns vor der Aufnahme mit – so exportieren wir gleich passend und ersparen Ihnen eine Konvertierungsschleife.

Registrierte Punktwolke eines Gebäudes aus dem 3D-Laserscan

Häufige Fragen

Kann ich die Punktwolke selbst öffnen?

E57 und RCP lassen sich in gängigen CAD- und BIM-Programmen laden. Der Viewer für begehbare LGSx-Rundgänge ist derzeit nur für Windows verfügbar – auf macOS benötigen Sie dafür eine Windows-Umgebung oder verwenden stattdessen PDF-Pläne und 360°-Panoramen.

Werden Personen und Einrichtung mitgescannt?

Der Scanner erfasst, was im Aufnahmemoment sichtbar ist. Möbel und Einrichtung erscheinen in der Punktwolke, werden aber im Plan, sofern nicht notwendig, auch nicht dargestellt. Das Einholen der Zustimmung betroffener Mieterinnen, Mieter und Bewohner obliegt der Auftraggeberseite und ist bitte vor dem Aufnahmetermin zu klären.

Lassen sich auch Außenanlagen und Hanglagen erfassen?

Ja. Fassaden, Höfe, Geländeverläufe und Grundstücke in Hanglage können ebenfalls mitaufgenommen werden. Im Außenbereich gelten größere Toleranzen als innen, weil Bewuchs, Witterung und Reflexionen die Messung beeinflussen. Hier ist eine gepflegte Umgebung besonders wichtig, da der Laser weniger Anknüpfungspunkte hat. Bitte stellen Sie sicher, dass das Grundstück kurz vor der Vermessung vollständig gemäht wurde.

Wir empfehlen die Umgebungsaufnahme nur beim direkt anschließenden Bezugsniveau sowie für den städtebaulichen Kontext, um zum Beispiel die Verschattung eines Grundstückes durch angrenzende Gebäude zu ersehen. Bitte beachten Sie hierbei, das Einverständnis aller Eigentümer von aufzunehmenden Objekten vorab einzuholen. Grenzvermessungen und ganzheitliche Niveauvermessungen sind durch einen Geometer vorzunehmen.

Stand: August 2026

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