Der Weg vom Scan zum Plan besteht aus fünf Schritten: Bestandsaufnahme vor Ort, Erstellung der Punktwolke, Gebäudemodellierung, Bestandsplanung und – optional – weiterführende Planung. Für ein Zinshaus mit rund 2.000 m² Brutto-Grundfläche dauert ein 2D-Bestandsplan je nach Komplexität drei bis sechs Wochen.

Bestandsaufnahme
Vor Ort wird das Gebäude mit dem Leica BLK360 maßgenau vermessen und digital erfasst. Die Aufnahme erfolgt berührungslos und im laufenden Betrieb. Wir durchschreiten das Gebäude und setzen je Raum etwa ein bis drei Standpunkte. Die Einzelscans werden bereits vor Ort an ein iPad übertragen und manuell miteinander verbunden.

Erstellung der Punktwolke
Die Daten werden im Büro in Leica Register 360 Plus geladen, händisch feinjustiert und korrigiert. Aus den grob vorjustierten Einzelscans entsteht eine dreidimensionale Gesamt-Punktwolke, die die Gebäudestruktur vollständig widerspiegelt. Das Verknüpfen ist der zeitintensive Teil dieser Phase. Sobald alle Verknüpfungen plausibel sind, wird exportiert; der Export selbst dauert einige Stunden bis zu einem Tag.

Gebäudemodellierung
Die Punktwolke wird in die 3D-CAD-Software importiert. Je nach Beauftragung entsteht daraus entweder ein zweidimensionaler Plan oder ein realitätsgetreues 3D-Modell – der digitale Zwilling des Gebäudes. Gezeichnet wird händisch entlang der Punktwolke.

Bestandsplanung
Aus dem digitalen Modell wird der Bestandsplan ausgearbeitet: Grundrisse, Schnitte und Ansichten im vereinbarten Detailgrad, die die tatsächliche Ausführung wiedergeben. Die Pläne werden geprüft, auf einem Planlayout zusammengeführt, in den abgestimmten Formaten exportiert und von uns als Ziviltechnikerbüro gesiegelt. Es folgt die analoge und digitale Ausfolgung.

Weiterführende Planung (optional)
Auf Grundlage der Bestandsplanung lassen sich Umgestaltung oder Erweiterung planen, baurechtliche Richtigstellungen durchführen oder Parifizierungspläne erstellen – alles aus einer Hand, inklusive baurechtlicher Beratung. Weil die Punktwolke erhalten bleibt, ist dafür keine zweite Aufnahme nötig.
Zeitangaben je Phase
Für das oben genannte Zinshaus gelten folgende Richtwerte je Phase. Bei dreidimensionaler Modellierung verdoppelt bis verdreifacht sich die Zeichenphase; die übrigen Phasen bleiben weitgehend gleich.
- Laservermessung vor Ort: 2 bis 3 Werktage.
- Import, Verknüpfen und Export der Punktwolke: 3 bis 5 Werktage.
- Händisches Nachzeichnen in der 3D-CAD-Software: 2 bis 4 Wochen, je nach Komplexität und Verwinkelung.
- Prüfen, Layouten und Dateiexport: ca. 2 Tage.
Vorbereitung durch die Auftraggeberseite
Folgende Punkte beschleunigen den Ablauf der Bestandsaufnahme erheblich:
- Zugang zu allen aufzunehmenden Einheiten inklusive Keller, Dachboden und Nebenräumen,
- freigeräumte Raumecken sowie im Alltag verstellte Vor- und Rücksprünge,
- Öffnen von verbarrikadierten Bereichen,
- öffenbare Fenster und Türen,
- die vorherige Bekanntgabe aller gewünschten Auswertungen, da diese die Scan-Einstellungen bestimmen.
Sämtliche Aufnahmen setzen gesicherte und frei zugängliche Zugänge voraus.
Häufige Fragen
Müssen Bewohnerinnen und Bewohner anwesend sein?
Die Einheiten müssen zugänglich sein; wer aufsperrt, ist Ihre Entscheidung. In bewohnten Objekten ist die Terminkoordination je Einheit der zeitkritische Faktor, nicht der Scan selbst. Wir stimmen die Reihenfolge mit der Hausverwaltung ab und nehmen die Scans nach den Verfügbarkeiten auf.
Wie viel Zeit braucht der Scan pro Wohnung?
Bei üblichem Zuschnitt werden ein bis drei Standpunkte je Raum gesetzt. Eine durchschnittliche Wohnung ist damit meist innerhalb weniger Stunden erfasst. Verwinkelte Grundrisse, große Nutzflächen und stark verstellte Räume verlängern die Aufnahme entsprechend.
Was passiert, wenn eine Einheit am Termin nicht zugänglich ist?
Wir dokumentieren die Lücke und stimmen einen Nachtermin ab. Nicht erfasste Bereiche können im Plan nicht dargestellt werden; ein zusätzlicher Anfahrtstermin ist gesondert zu vergüten. Deshalb ist die Terminkoordination vorab der wichtigste Vorbereitungsschritt.
Kann der Ablauf beschleunigt werden?
Bei laufender Frist teilen Sie uns das bitte bei der Anfrage mit; wir prüfen dann, was möglich ist. Verkürzbar sind vor allem Wartezeiten, nicht die Zeichenphase – diese ist reine Handarbeit und der bestimmende Zeitfaktor.
Stand: August 2026